Emotionaler Missbrauch

 

Für viele scheint das Wort „neu“ zu sein, eine Art neuer „Trend“. Man kann und das ist wichtig nicht alles gleich als Missbrauch deuten. Menschen, Eltern machen Fehler. Natürlich. Das tut jeder, aber solange sie ihr Kind lieben, es nicht isolieren, solange sie es trösten und Grenzen setzten ist alles ok.

 

Wo beginnt nun der emotionale Missbrauch und in welcher Form tritt er auf?

Emotionaler Missbrauch ist leise. Man sieht keine blauen Flecken, keine gebrochenen Knochen. Man sieht nicht den Wahnsinn, der hinter dem heilen Familienbild steckt. Kinder werden missbraucht, werden misshandelt, mit Worten, mit Schreien. Sie werden eingespannt, werden projiziert, reflektiert, in den Wahnsinn. Das einfachste Beispiel: „Du bist schuld daran, dass es Mama schlecht geht!“ Es impliziert die Schuld des Kindes und woran glaubt ein Kind, wenn nicht an seine Mutter? Die emotionale Bindung besteht, zwischen Mutter und Kind. Ja, es ist fast eine Verschmelzung und in diesem Zustand, dem Kind-sein ist es unmöglich sich zu entziehen. Nach außen hin geben die Familien ein gutes Bild ab. Natürlich. Man will nicht dass die Nachbarn lästern, man will Teil der Gemeinschaft sein, ein funktionierendes Rädchen. Aber innen, ist es kaputt. Es gibt Angst und Druck, mit den Emotionen des Kindes wird gespielt. Egal was es macht, es ist falsch. Streitigkeiten werden übertragen und projiziert. Das Kind kann nur falsch liegen, es kann in dieser Situation kein Recht bekommen.

 

Die Mütter sind selbst Opfer, Opfer der Erziehung, vielleicht Missbrauch, vielleicht auch nicht. Aber das ist keine Entschuldigung. Und es nicht einfach ein Überspitzen. Menschen leiden darunter, ihr ganzes Leben. Können keine sozialen Kontakte knüpfen, werden depressiv, flüchten sich in Drogen. Aber die Ursache sieht niemand. Man behandelt das Symptom, ohne an der Ursache zu arbeiten. Aufzuarbeiten was einem angetan wurde. Körperlicher Missbrauch geht Hand in Hand mit dem emotionalen. Die Wunden heilen, die Knochen wachsen zusammen, aber die Seele, die Schweigegebote, die Angst, der Druck, die Bilder, die verschwinden nicht. Natürlich kann man es übertreiben. Wenn Mama sagt: „Bring den Müll raus.“, ist es kein Missbrauch, das weiß jeder.

Es gibt immer Menschen die es „übertreiben“. Aber welches Recht nimmt man sich darüber zu urteilen? Dort wo ein Mensch beginnt zu leiden. Dort, beginnt emotionaler Missbrauch.